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Digital Sabbatical: Mehr Ruhe und Gelassenheit ohne Handy

Digital Sabbatical: Mehr Ruhe und Gelassenheit ohne Handy

Mehr als drei Stunden verbringen wir durchschnittlich am Smartphone, das ist schon eine schockierende Summe an Zeit, die wir verschenken. Klar, da gibt es Dinge wie Mails, Textnachrichten oder Telefonate, die zu unserem Alltag gehören. Und ja, auch ich liebe es, das Leben meiner Freunde über die social media Kanäle zu verfolgen. Aber dennoch: Der Großteil der Handyzeit war einfach sinnlos verschenkt. Mir fiel das vor allem im Vergleich zu der Zeit auf, in der ich mit meiner großen Tochter in Karenz war: Vor rund 15 Jahren gab es weder Smartphones noch superschnellen Zugang zum Internet - wir waren damals schon sehr modern, weil wir einen Laptop mit WLAN zuhause hatten! Abends, wenn unsere Tochter eingeschlafen war, fuhr ich den Laptop hoch (ja, das dauerte ein paar Minuten!) und wartete darauf, dass ich oben in der Suchleiste bestimmte Webseiten eingeben konnte. Soweit ich mich zurück erinnere verbrachte ich den Großteil der Zeit viel mehr in “offline”-Programmen wie Word, Excel oder zwischendurch mal beim Solitärspielen, das Internet nutzte ich wirklich nur zum Suchen bestimmter Webseiten oder für Informationen die ich auf Wikipedia suchte. Im Vergleich bin ich heute - während ich Zeit mit meiner kleinen Tochter zuhause verbringe - gefühlt ständig online.

Heute hat sich unser Nutzungsverhalten komplett verändert: Durch das Smartphone haben wir uns das ständige Surfen “nebenbei” angewöhnt. Mehrmals pro Stunde nehme ich diesen Hochleistungsrechner im Taschenformat zur Hand und entsperre “nur ganz kurz” das Display. Tippe erst auf Instagram, dann auf Facebook, neuerdings auch noch auf TikTok… und verschenke dadurch ganz schnell 30, 40, 50… Minuten!

Irgendwann habe ich bemerkt, dass mir von diesem ständigen “Nebenbei” der Kopf brummt. In einer Podcast-Folge von der genialen Melissa Ambrosini habe ich dann noch ein Interview mit Cal Newport gehört, einem Computerwissenschaftler und Bestseller-Autor (“Digital Detox”) aus den USA. Cal Newport hatte noch nie in seine Leben social Media und warnt davor, wie unbedacht wir mit unserem Handykonsum umgehen und gar nicht bemerken, wie abhängig wir von den “Smart Devices” (Smartphone, Tablet und Smartwatch) sind. Ich nahm dieses spannende Interview zum Anlass, selbst ein Digital Detox einzulegen.

Hier geht’s zum Interview in voller Länge.

Ich war sofort begeistert von der Idee und konnte es kaum erwarten, mir mehr Freiheit vom Smartphone zu verschaffen. Ich beschloss, dass ich für knapp drei Wochen kein Internet am Handy einschalten wollte und ein paar ganz verführerische Apps (Instagram, WhatsApp, gmail und Facebook) löschen würde. Eine weitere Inspiration war der TED Talk des kanadischen Autors Chris Bailey. Er erklärt in seinem Talk wieso wir süchtig nach Screentime sind und wieso und eine digitale Auszeit

mehr Kreativität, Ideen und Entspannung

bringt.

Was macht die permanente Handyzeit mit unserem Gehirn?

Digitale Detox: Meine persönliche Erfahrung

Voll motiviert hab ich noch eine kurze Nachricht an meine Freunde und Bekannte geschickt, mit der Info, dass ich für die nächsten 20 Tage nicht via WhatsApp erreichbar sein werde und ich mich über einen Anruf freue. Unmittelbar danach habe ich meine social media-Apps gelöscht und sowohl das WLAN als auch die Mobilen Daten auf meinem Smartphone ausgeschaltet. Da ich ja für meinen Blog und alltägliche Erledigungen wie Online-Banking, Anträge und E-Mails das Internet benötige, habe ich mir drei Mal wöchentlich für je 90 Minuten “Internet-Zeit” eingeplant - aber nicht “nebenbei” im Alltag, sondern bewusst vor dem Laptop ohne Ablenkung, fokussiert und effizient. Meine Erfahrung war bereits am ersten Tag beeindruckend: Ich fühlte mich so wie damals im Urlaub in der Toskana, als es dort kein WLAN gab. Nach wenigen Tagen merkte ich, dass ich sowohl entspannter als auch fokussierter geworden war. Ich war auch erstaunt, wie uninteressant mein Handy ohne Internet für mich wurde.

Mehr Freiheit und Gelassenheit im Kopf

Besonders spannend war auch die Beobachtung, die Chris Bailey in seinem TED-Talk beschrieb: Da mein Gehirn nicht mehr unter der ständigen Zerstreuung litt, konnte es sich auf wesentliche Dinge konzentrieren und freute mich über das wohltuende Gefühl von mehr Gelassenheit und mehr Freiheit im Kopf - geniale kreative Ideen inklusive!

Für mich persönlich wertvoll war auch das Mehr an persönlichen Gesprächen, die ich durch die Telefonate geführt habe! Wer mich kennt weiß, ich bin ein Fan von WhatsApp-Sprachnachrichten. Auch jetzt, nachdem ich mein Digital Detox beendet habe und den Weg zurück in die “digitale Normalität” suche, habe ich schon wieder x Sprachnachrichten versendet. Es ist einfach praktisch, das, was man dem Empfänger mitteilen möchte, in der Sekunde und in voller Länge anbringen zu können, ganz unabhängig davon, ob das digitale Gegenüber gerade Zeit (und Lust) auf meine Mitteilung hat. Andererseits war es so schön, die Menschen am anderen Ende der Leitung mal wieder persönlich zu hören! Auch die Art der Kommunikation ist natürlich ganz anders, wenn wir telefonieren, als bei den digitalen Monologen via WhatsApp-Sprachnachricht.

Meine Learnings: Was ich beibehalten möchte

Jetzt nach dem Digitalen Detox ist es so: Die social Media-Apps sind wieder am Smartphone, das Internet wieder an. Ich merke, dass ich wieder alle paar Minuten aufs Handy schauen möchte - kein Wunder, es piept ja auch viel öfter! Ich möchte auf jeden Fall beibehalten, dass ich nur noch zu fixen Zeiten online bin - wann genau, das probiere ich gerade aus. Am liebsten wohl vormittags und abends für jeweils eine Stunde. Außerdem möchte ich möglichst oft anrufen statt WhatsApp-Nachrichten zu senden! Und die selbst geschaffene Freiheit genießen - als Aufbruch aus der selbst geschaffenen “Gefangenschaft” vom ständigen digitalen Begleiter. Am Blog werde ich weiter davon berichten, wie es mir dabei geht :).

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